Hochzeitsfotos
Die Hochzeitsfotos der ganz frühen Zeit waren äußerst steif, was vermutlich auch an den technischen Bedingungen lag: Das Brautpaar stand nebeneinander und starrte gebannt in die Kamera. Später gingen die Fotografen dazu über, im Studio eine zumindest annähernd romantische Atmosphäre zu schaffen, und die Hauptpersonen durften sich einander zuwenden. Ganz revolutionäre Profis setzten die Braut sogar auf den Boden, wo sie von ihrem Traumkleid aus weißer Spitze umgeben war.
Erst in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden auch Hochzeitsfotos außerhalb des Ateliers. Die Hochzeitsgesellschaft stand etwa auf den Stufen vor der Kirche, wobei solche Mammutaufnahmen kaum zufriedenstellend ausfielen.
Inzwischen unterscheiden die Hochzeitsfotografen drei Bereiche: die Porträts, die Events und das Ambiente. Zu den Porträtfotos zählen nicht nur Aufnahmen der Brautleute selbst, sondern auch von den Gästen gibt es Bilder. Und die sind längst nicht mehr so steif und gestellt wie noch zu Beginn. Vielmehr gibt es sogar Bewegungen, entweder der abgebildeten Personen, oder ein (künstlicher) Windstoß bauscht den Schleier. Insgesamt sehen die Porträtbilder sehr locker und natürlich aus.
Die Fotografie des Events zeigt Aufnahmen der Trauung selbst, aber auch auf der Hochzeitsfeier macht der Fotograf Bilder – beim Tanzen etwa oder beim Sektempfang.
Das Ambiente schließlich bezieht sich auf einzelne Details. Das kann die festlich gedeckte Tafel sein, das besonders schön geschmückte Hochzeitsauto oder andere scheinbar unwesentliche Attribute, die dem Fest die besondere Note verleihen.
Die meisten Brautleute entscheiden sich heute für einen Mix aus allen drei Bereichen. Auf diese Weise haben sie anschließend einen Querschnitt, der dem hoffentlich gelungenen Fest gerecht wird.
Auch bei knappem Budget sollte das Brautpaar nicht auf einen Profi verzichten. Denn er kann aufgrund seiner mehrjährigen Ausbildung weitaus gelungenere Fotos anfertigen als der beste Laie.
